/userfiles/images/medizin_im_bild/ophtalophantom.jpg Phantom zu Operationsübungen, 1870

Mit der entscheidenden Konstruktionsverbesserung des Zystoskops war der Instrumentenmacher Josef Leiter (1830-1892) in die Endoskopiegeschichte eingegangen. Dem engagierten Fabrikanten aus Wien war es gelungen, in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Arzt Maximilian Nitze (1848-1906), ein für den klinischen Alltag einsetzbares Zystoskop zu entwickeln:  Das Zystoskop mit Beleuchtung durch Platinglühdraht wurde im November 1879 in der Gesellschaft der Ärzte erfolgreich demonstriert. Natürlich erwies sich diese Beleuchtungsmethode als nicht sehr praktisch, da der Glühdraht mittels einer komplizierten Wasserkühlung auf eine für PatientInnen verträgliche Temperatur gebracht werden musste. Es vergingen sieben Jahre bis es wiederum Josef Leiter war, der in Wien das erste Glühlampenzystoskop vorstellte.

Stets am letzten Stand der Medizintechnik

Das Angebot der Firma Leiter umfasste sämtliche Gebiete der Medizin, und der Fabrikant arbeitete ständig an der Erweiterung seines Produktionsprogramms. Unter anderem erfand er eine Methode, Hartkautschuk in Formen zu pressen und so Instrumentengriffe zu produzieren.

Im Katalog von 1870 stellte Josef Leiter ein Phantom zu Operationsübungen am Auge vor. Dabei handelte es sich um einem dem Gesicht nachempfundenen maskenartigen Apparat, an dem Operationen am Auge realitätsnah geübt werden konnten:  "Auf einem Metallpostamente ist eine Larve aus Hartkautschuk mit der Axe angebracht, und kann mittelst der Schraube in Winkelstellung fixiert werden. Diese Larve dient als Träger des Apparates…. Wegen Verschiedenheit der Größe der Versuchsaugen sind zu jedem Apparate 3 Augenringe aus Hartkautschuk von verschiedenen inneren Durchmessern beigegeben …" Als Versuchsaugen dienten Schweine- oder Kalbsaugen, die man in die Augenhöhlen klemmte.

Das Augenphantom war allerdings keine Erfindung von Josef Leiter. Bereits im Jahr 1827 hatte Dr. Albert Sachs sein „Ophthalmophantom“ zum ersten Mal beschrieben.

Das Operationsphantom stand natürlich auch an der Wiener Augenklinik im Einsatz. Im Jahr 1984 ging es als Geschenk der II. Universitäts-Augenklinik an das damalige Institut für Geschichte der Medizin im Josephinum.